waldemanndieter
  Vorwort
 


Das Vorwort zum Vorwort:

Lieber Leser, liebe Leserin zum besseren Verständnis dieses historischen Romans empfehle ich dir

dieses Vorwort zu lesen.  Ich hoffe, dass du nicht entsetzt bist einfach von mir geduzt zu werden, durch
meinen langjährigen Aufenthalt in Schweden hat sich das so bei mir festgesetzt, da sich in Schweden alle Menschen mit du anreden. ( Ich lebe die meiste Zeit des Jahres in Schweden ) Außerdem hoffe ich wirklich einen neuen Freund/Freundin in dir zu finden.

Das Vorwort

Der Roman spielt im 9. Jahrhundert unserer Zeitrechnung und behandelt im geschichtlichen Hintergrund die Christianisierung des Nordens Europas. Ich habe versucht alle Handlungen zeitgemäß und authentisch zu schildern, dadurch erscheinen sie teilweise für den ungeübten Leser historischer Romane leicht befremdlich.

Alle genannten Personen wie Kaiser, Könige, Stammesführer, Priester, Mönche, Missionare, Bischöfe, Päpste haben wirklich gelebt. 

Zur geografischen Orientierung habe ich teilweise die alten ursprünglichen Ortsnamen, Fluss- und Gebirgsnamen eingesetzt, jedoch wenn nötig die heute gebräuchlichen Namen. Im Anhang findest du dann eine Liste aller Namen sowie Erklärungen von Gegenständen, nordischen Göttern usw.

Ich bin persönlich an fast allen wichtigen Orten und Plätzen dieser geschichtlichen Abhandlung gewesen. Meine Ortsbeschreibungen, Angaben über Boden- erhebungen, Flüsse und Bäche die sich in 1200 Jahren kaum oder wenig verändert haben, stimmen mit der Wirklichkeit weitgehend überein.

Um den Ablauf der Zeit, z.B. eines Tages zu schildern, habe ich die damals gebräuchlichen Ausdrücke benutzt und auf Stunden und Minuten oder gar Sekunden verzichtet. Leider werden die modernen Zeiteinheiten von einigen Autoren in historischen Romanen benutzt.

Norwegen, Schweden und Dänemark mit diesen Namen als einheitliches Land gab es im 9. Jahrhundert nicht, obwohl dies immer wieder von anderen Autoren so dargestellt wird, es ist unrichtig. Diese Landstriche bestanden aus diversen Kleinkönigreichen ohne Namen, nur der König war lokal bekannt.

Viele Landstriche bestanden als loser Zusammenhang verschiedener Großfamilien und Sippen.

Da hier das 9. Jahrhundert behandelt wird, mußt du wissen, dass, wenn ich über die nordische Bevölkerung berichte ( ab ca. 796 ) , es keine Wikinger dem Namen nach gab. Kein Nordmann hätte sich damals als Wikinger bezeichnet.

Wie nannte die damalige Welt diese Menschen aus dem Norden? Im Frankenreich nannte man sie nordmanni auch askomanni. Im Gebiet des heutigen Englands hatte man Bezeichnungen wie dani oder northman. Im Raum des heutigen Irlands hießen sie gall (plural Gaill) auch lochnannach. Im heutigen Gebiet von Spanien sprach man von lordemani, madjus, al-madjus auch al-magnus.

In Russland und Byzanz sprach man von ruser, väringar oder auch varjager. In Byzanz auch noch skyter.

Ab ca. 1890 wurde in Skandinavien selbst das Kunstwort Wikinger oder Vikings geschaffen um ihren Ländern eine heldenhafte Geschichte zu schaffen. Das Wort Wikinger wurde schon bald eine Art Markenzeichen und lässt sich bis heute gut verkaufen. Die Wahrheit jedoch ist, die Menschen im Norden hatten keine Bezeichnung für sich selbst. Sie waren kein ethnisches Volk. Sie hatten bis ca. 1000 n.Chr. keine Länder im Sinne wie wir es heute verstehen.

Dieser Roman spielt ungefähr in der Zeit 796 – 865 n.Chr.

Zur Unterscheidung der einzelnen Länder habe ich Nordmänner für Norweger eingesetzt, Daner für Dänen und Svear für spätere Schweden.

Die eigentliche Hauptfigur des Romans ist Ansgar, Benediktinermönch und späterer Bischof der Hammaburg, und nach deren Zerstörung auch Bischof von Bremen.

Ansgar ist den meisten Menschen unbekannt. Ansgar lebte von ca. 795 bis 865, sein Geburtstag und Geburtsort ist nicht dokumentiert. Damals wurden keine Kirchenbücher geführt. Ansgars Leben wurde teilweise von seinem Schüler Rimbert dokumentiert.

Rimbert schrieb ca. 20 Jahre nach Ansgars Tod die Vita Ansgari, die heute von der Kirche als wahres Dokument über Ansgars Leben angesehen wird. Einige Historiker und ich bezweifeln den Wahrheitsgehalt dieser Schrift oder zumindest Teile davon.

Das Geburtsdatum Rimberts ist nicht bekannt, vermutlich nach neuesten Erkenntnissen um 830, auch hierfür gibt es keinen Beleg.

Rimbert war nur einen Bruchteil der Zeit bis 865 mit Ansgar zusammen, er starb 888.

Ansgar und Rimbert wurden nach ihrem Tod heilig gesprochen. Ich stelle folgende Fragen: Waren Rimbert und Ansgar so fromm, wie immer wieder über sie geschrieben wird, waren sie so gutmütig und hilfsbereit? Lebten die Mönche ohne Sex, ohne Begierden?

Wir wollen noch einmal kurz unsere Hauptfigur Ansgar betrachten. Wie allgemein bekannt, wurde Ansgar nach seinem Tode heilig gesprochen. Wer im 9. Jahrhundert über 65 Jahre alt werden konnte, dabei kreuz und quer durch Europa reiste, wobei man eher sagen muss - durch die Wildnis reiste, hatte es ständig mit Feinden jeglicher Art zu tun, wie Wegelagerern, Räubern zu Lande und zur See, sowie Feinden des christlichen Glaubens, der konnte kein Leben nach den 10 Geboten führen, denn dann wäre er keine 30 Jahre alt geworden.
Wer in der Wildnis teils unter scheinbar Wilden (von der
Kirche so benannt) nämlich nordischen Einwohnern, überleben wollte, musste sich verteidigen können. Um zu überleben, musste man besser als der Feind sein, besser trainiert, besser bewaffnet und intelligenter. Das waren Überlebensvoraussetzungen der damaligen Zeit. Egal ob Krieger, Adliger, Kleriker oder Bauer, egal ob Handelsreisender oder Sklave. Die Nummer eins des Lebens war das Überleben und das kann kein Historiker oder Priester schön reden. Jeder Zweikampf endete mit dem Tod des Unterlegenen oder mit schwersten Verletzungen. Ansgar hat, wie kirchlicherseits behauptet, gut 65 Jahre in diesem Milieu überlebt.

Neben menschlichen Feinden kamen wilde Tiere hinzu wie Wölfe, Bären, Wildschweine und allerlei Insekten. Des weiteren musste er Hitze, Kälte, Schnee und Regen ertragen, schwerste Gewitter, Blitz und Hagel , Stürme sowie fast totale Dunkelheit im nordischen Winter. Ansgar hat das alles überlebt.

Er hatte eine allumfassende Ausbildung im Kloster erhalten, nicht nur eine Priesterausbildung, sondern gute Kenntnis in Psychologie, Rhetorik, Mathematik und Politik. Dies setzte voraus, dass er lesen und schreiben konnte, neben Latein (vermutlich auch griechisch) beherrschte er die altgermanische Sprache und die nordischen Ableitungen davon. Mit Sicherheit war er im Verteidigungskampf mit verschieden Waffen ausgebildet. Legt man alle Kenntnisse zusammen gepaart mit Mut, Ausdauer und Stärke, war er, um es modern auszudrücken, ein James Bond des Frühmittelalters, gefördert vom Kaiser der Franken und der Kirche.

Ausgestattet mit neuesten Kenntnissen der damaligen Welt einschließlich ausreichend Gold, Silber, Waffen und hochwertiger Kleidung. Dieser Mann war praktisch unschlagbar. Die Kirche beschreibt Ansgar jedoch als kleinen, dünnen, kränkelnden Mann, was völliger Unsinn ist. Auf Grund seiner Lebensverhältnisse war er natürlich genau das Gegenteil. 

Dieser Roman ist aus dem Blickwinkel des 9. Jahrhunderts geschrieben, die geistige Haltung der Romanfiguren, deren Ansichten über Sitte, Moral, Gott und die Welt entsprechen der damaligen Zeit und dürfen nicht in das 21. Jahrhundert transportiert werden.

Du wirst hier neben dem politischen Geschehen des 9. Jahrhunderts viele Menschen kennen lernen wie sie ihr Leben gestalteten und mit Spannung und Trauer erfüllten.

Du kannst einen Blick in die Wohnstätten, Höfe und Kultstätten. Sie werden Freude, Liebe, Sex und Gewalt schonungslos und hautnah miterleben. Viele Romanfiguren tauchen auf und zeigen wie abenteuerlich aber auch romantisch das Leben vor 1200 Jahren war.

Wer aufmerksam liest wird schnell merken, dass in den Handlungen des Romans ein kleines Fachbuch versteckt ist, verfeinert durch die Zeichnungen von Csilla Molnar.

Der Roman basiert auf den neuesten Erkenntnissen der geschichtlichen Forschung und Archäologie mit dem Stand von 2016.

Die Karte zeigt, wie vermutlich das Festland von der Elbe bis Skagen vor ca. 1200 Jahren                        aussah.
Man erkennt deutlich, dass die Nordfriesischen Inseln noch nicht exestierten. Die rote Linie                             ist das Danevirke, eine Art Schutzwall gegen südliche Feinde wie Friesen, Franken und Slawen
.
Der Wall wurde von den Nordmännern gebaut ab ca. 750 n.Chr.




 
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